Castreon Studio — Live-Produktion auf dem Server (Szenen, Grafik, Ton, Gäste)
Aktualisiert am 26 Okt 2026Castreon Studio ist eine Live-Regie direkt auf dem Castreon-Server. Sie legen Ihre Quellen (Kanäle, Kameras, Streams, Dateien, Gäste aus dem Browser) in Szenen, schalten sie mit Übergängen auf Sendung, fügen Live-Grafik hinzu (Bauchbinden, Laufband, Uhr, Spielstand) und mischen den Ton. Alles läuft auf dem Server, der Browser gibt nur die Befehle. Keine separate Produktionssoftware, kein Regie-Rechner.
Verfügbar ab Castreon 2.0.0, in den Editionen Pro und Enterprise. Gäste aus dem Browser gibt es in der Edition Enterprise.
Wie ein Studio auf Sendung geht
- Im Menü Studio auf Neues Studio klicken. Name, Format (720p oder 1080p, 25, 30, 50 oder 60 Bilder pro Sekunde), Datenrate und Kodierung wählen.
- Quellen hinzufügen, Szenen bauen (aus Vorlagen oder mit genauen Positionen) und die Grafik anlegen. Speichern.
- Einen Castreon-Kanal mit der Quelle Studio anlegen und das Studio wählen. Der Kanal liefert das Studiobild wie jeder Kanal: HLS, HTTP-TS, Push, DRM, Archiv.
- Das Pult des Studios öffnen und die Szenen schalten.
Das Studio startet, wenn ein Kanal es liest oder das Pult offen ist, und stoppt eine Minute, nachdem es niemand mehr nutzt.
Quellen
Ein Studio hat bis zu 16 Quellen:
| Quelle | Was sie ist |
|---|---|
| Castreon-Kanal | ein Kanal auf diesem Server, gelesen über seinen HTTP-TS-Ausgang (im Kanaleditor hinzufügen, falls er fehlt) |
| Stream-Adresse | SRT, UDP, RTP, RIST, RTMP, HLS oder HTTP-TS: ein Encoder, eine Handy-App, ein anderer Server |
| IP-Kamera (RTSP) | eine IP- oder PTZ-Kamera, direkt, mit Benutzer und Passwort (siehe unten) |
| Datei aus der Bibliothek | ein Clip, in Schleife oder einmal (das letzte Bild bleibt bis „Von vorn“) |
| Clip-Playlist | bis zu 200 Clips aus der Bibliothek in Reihenfolge, wahlweise in Schleife; am Pult springen Sie zum nächsten oder vorherigen Clip |
| Bild / Farbe | ein fester Hintergrund |
| Webseite | eine Seite mit Grafik (Spielstand, Umfrage, Wetter), auf dem Server dargestellt, wahlweise mit transparentem Hintergrund, über den anderen Quellen der Szene |
| Gast (Browser) | ein Gast, der über einen Link mit eigener Kamera und eigenem Mikrofon dazukommt (Enterprise) |
| Wiederholung | spielt die letzten Sekunden einer Quelle in der gewählten Geschwindigkeit (bis zu 4 Wiederholungsquellen) |
Szenen und Übergänge
Eine Szene hat bis zu 6 Quellen, angeordnet über Vorlagen (Vollbild, Bild im Bild, Nebeneinander, Hälften, Drei, Vier) oder mit genauen Positionen, mit Rahmen und abgerundeten Ecken. Ein Studio hat bis zu 24 Szenen.
Am Pult: Ein Klick auf eine Szene legt sie in PREVIEW, TAKE bringt sie mit dem gewählten Übergang auf PROGRAM, CUT ohne Übergang, ein Doppelklick direkt auf Sendung. Übergänge: Überblendung, Über Schwarz, Schnitt und Stinger: ein kurzer Clip aus der Bibliothek (bis 5 s, am besten mit Transparenz, ProRes 4444 oder WebM VP9 mit Alpha), mit dem Schnittpunkt, den Sie wählen.
Tastenkürzel: Enter oder Leertaste = TAKE, C = CUT, 1–9 = Szene in PREVIEW.
Live-Grafik
Bis zu 12 Elemente: Bauchbinde (Name), Laufband, Uhr (in der gewählten Zeitzone), Spielstand, Logo und Text. Sie schalten sie am Pult auf Sendung und wieder ab, und die Texte (Name des Gastes, Spielstand, Meldungen im Laufband) ändern sich sofort, ohne etwas anzuhalten. Für aufwendigere Grafik liegt eine Webseite mit transparentem Hintergrund wie jede Grafik über dem Bild.
Ton
Der Mischer hat einen Kanalzug für jede Quelle mit Ton, dazu Hintergrundmusik (aus der Bibliothek, in Schleife) und Master. Jede Quelle kann Auto (nur hörbar, wenn sie auf Sendung ist), An oder Aus sein, mit einer Lautstärke zwischen −60 und +12 dB.
Die Taste FX jeder Quelle öffnet den Quellton: eine Verzögerung bis 1 s (damit die Lippen zum Bild passen), einen 3-Band-Equalizer (120 Hz, 1 kHz, 8 kHz) und einen Kompressor (Schwelle, Verhältnis, Aufholverstärkung) mit Reduktionsanzeige. Einstellbar im Editor oder live am Pult.
Gäste aus dem Browser (Enterprise)
- Eine Quelle Gast (Browser) hinzufügen und in eine Szene legen. WebRTC muss in den Einstellungen eingeschaltet sein.
- Am Pult unter Gäste den Link des Gastes kopieren und ihm schicken. Er lässt sich auch widerrufen.
- Der Gast öffnet den Link im Browser (Computer oder Handy), wählt Kamera und Mikrofon und klickt auf Studio betreten. Ohne Kamera kann er nur mit Ton dazukommen: Das Studio erhält ein Bild mit seinem Namen.
Der Gast sieht, was auf Sendung ist, und hört die Sendung ohne die eigene Stimme (Mix-Minus), damit er antworten kann. Die Seite zeigt ihm, wann er auf Sendung ist (ON AIR), und unter den Tasten, was er sendet (Auflösung, Bilder pro Sekunde, Datenrate, Verzögerung) und ob Netz oder Prozessor sein Bild reduzieren. Empfehlen Sie Kopfhörer, damit kein Echo entsteht. Bis er dazukommt, zeigt die Quelle am Pult „wartet auf den Gast“.
Für Gäste aus dem Internet muss das Panel über HTTPS geöffnet sein (Browser geben Kamera und Mikrofon nur so frei).
IP-Kameras und PTZ
Die Quelle IP-Kamera (RTSP) nimmt das Kamerabild direkt:
- die RTSP-Adresse ohne Benutzer und Passwort (fügen Sie sie mit ihnen ein, wandern sie von selbst in ihre Felder), Transport TCP (empfohlen), UDP oder automatisch;
- das Passwort wird getrennt gespeichert: Es ist nach dem Speichern nicht mehr sichtbar, verlässt die API nicht und erscheint in keiner Fehlermeldung; leeres Feld = das gespeicherte bleibt;
- Kamera testen zeigt, was die Kamera sendet (Codec, Auflösung, Bilder, Ton);
- Kameras suchen (ONVIF) findet die Kameras im lokalen Netz und die richtige RTSP-Adresse aus ihren Profilen; Verwenden, mit PTZ-Steuerung füllt auch die Kamerasteuerung aus.
G.711-Ton, bei Kameras häufig, wird in Aufnahmen und Wiederholungen zu AAC.
PTZ-Steuerung (bei IP-Kameras, Stream-Adressen oder Kanälen): ONVIF, VISCA über TCP oder VISCA over IP. Am Pult bewegt das Feld PTZ-Kameras die Kamera, solange Sie eine Taste gedrückt halten (in der gewählten Geschwindigkeit), zoomt und hat die Positionen 1–8: Druck = die Kamera fährt dorthin, Speichern + Nummer = speichert die aktuelle Position. Bei ONVIF ohne eigenes Passwort verwendet die Steuerung das Passwort der Kamera.
Wiederholungen
Aktivieren Sie Wiederholungen aufnehmen bei einer Kamera oder einem Stream: Die Quelle behält immer die letzten 3 Minuten. Am Pult wählt das Feld Wiederholungen die Quelle, die Länge (5, 10, 15 oder 30 s) und die Geschwindigkeit (100 %, 50 % oder 25 %), und Wiederholung vorbereiten legt sie in die Quelle Wiederholung. Sie bringen sie mit ihrer Szene auf Sendung wie jede Quelle.
Aufnahme
Die Taste REC am Pult nimmt PROGRAM und getrennt jede Kamera und jeden Stream (ISO) auf, ohne Neukodierung, auf den ersten eingeschalteten Speicherort der Bibliothek (Ordner Studio/<Name>/<Datum Uhrzeit>). Das Pult zeigt Zeit und Größe. Nach dem Stoppen erscheinen die Dateien in der Bibliothek, bereit für den Schnitt oder für einen Kanal aus Dateien.
Kodierung
Das Studio kodiert das Bild einmal (H.264 mit AAC), der Kanal liefert es weiter. Die Kodierung läuft auf dem Prozessor, auf der NVIDIA-Grafikkarte (NVENC) oder automatisch. Kann die Karte nicht kodieren (belegt, Treiber), wechselt das Studio selbst auf den Prozessor und nennt den Grund. Das Pult zeigt, womit gerade kodiert wird.
Webseite: Chromium auf dem Server
Die Quelle Webseite braucht Chromium oder Google Chrome auf dem Server (ohne Bildschirm, von Castreon gestartet); fehlt er, sagt der Editor es. Unter Ubuntu oder Debian zum Beispiel installieren Sie das .deb-Paket von Google Chrome mit sudo apt-get install -y ./google-chrome-stable_current_amd64.deb. Die Seite wird in Studiogröße dargestellt, ohne Ton, und lädt sich selbst neu, wenn sie stehen bleibt.
Häufige Probleme
- Der Gast erscheint nicht: Prüfen Sie, ob er Studio betreten geklickt hat und WebRTC eingeschaltet ist. Die Quelle zeigt „wartet auf den Gast“, bis er verbunden ist.
- Das Bild des Gastes ruckelt: Schauen Sie auf die Zeile „Du sendest“ auf seiner Seite; steht dort, dass sein Netz das Bild begrenzt, liegt es an seiner Verbindung.
- Eine kleine Verzögerung gegenüber der Wirklichkeit (unter einer Sekunde am Pult) ist normal; auf dem Kanal kommt der Puffer des Players hinzu (bei HLS einige Sekunden).
- Die Webseite startet nicht: Chromium oder Google Chrome auf dem Server installieren; der Fehler an der Quelle nennt den Grund.
- Die IP-Kamera verbindet sich nicht: Kamera testen, dann Benutzer, Passwort und Transport (TCP) prüfen.